Flugplatz Speyer - Erste Baumrodungen angelaufen
Pressebericht der BI "Lebensqualität..."
Frühlingserwachen im Speyerer Altrhein
Nicht der Orkan „Xynthia“ sondern schwere Maschinen haben in den vergangenen Tagen eine 1 km lange und 40 m breite Schneise in den Angelhofer Wald nördlich der Gaststätte „Angelhof“geschlagen. Bäume und Sträucher wurden im Auftrag der Flugplatzbetreiber- gesellschaft Speyer-Ludwigshafen (FSL), der Eigentümerin dieses Gebietes, nicht fachgerecht von einer auf Erdbau und Abriss spezialisierten Lingenfelder Firma radikal beseitigt. Nur wenige Bäume blieben stehen. Ein gezieltes Entfernen standortfremder Bäume und Sträucher war bei dieser Radikalmaßnahme nicht zu erkennen. Ein Schaden, der trotz Neubepflanzung, in den nächsten 50 Jahren nicht wieder gutgemacht werden kann. „Warum das alles?“ fragt man sich. Eigentlich gehört das Gebiet zum Schutzgebietsnetz „Natura 2000“.
Die Fläche von insgesamt 6,2 ha des Vogelschutzgebietes „Otterstadter Altrhein und Angelhofer Altrhein“ ist nach dem Planfeststellungsbeschluss der Genehmigungsbehörde zum Ausbau des Speyerer Flugplatzes als Ausgleichsfläche für die vorgesehene Zerstörung eines Teils des Speyerer Auwaldes ausgewiesen. Auf dem Gebiet der Insel Horn gehen rund 4 ha der streng geschützten naturnahen Hartholzaue durch extreme Eingriffe verloren und zusätzlich werden noch auf einer Fläche von mehr als 10 ha Einzelbäume, die in die Einflugschneise ragen, gekappt. Diese Maßnahmen zerstören den Lebensraum vieler Tiere und Pflanzen. Speyer verliert eines seiner wertvollsten Naherholungsgebiete.
Die Flugplatzbetreibergesellschaft hat es eilig. Obwohl das Urteil des OVG Koblenz vom Juli 2009, das den Flugplatzausbau beschloss, noch nicht rechtskräftig ist, haben sie mit den Vorbereitungen zum Ausbau jetzt begonnen, weil die oben beschriebenen Ausgleichsmaßnahmen am Angelhofer Altrhein zuerst durchgeführt werden müssen, bevor dann mit den Arbeiten zur Herstellung der Hindernisfreiheit in den Bereichen der Insel Horn und der Goldgrube begonnen werden kann.
Viele Grüße
Ihr Willi Weinerth
FÖDL